Katharinenheerd

Die Gemeinde Katharinenheerd ist ein kleines, schönes Dorf inmitten der Halbinsel Eiderstedt.

Katharinenheerd liegt 3km von Garding entfernt. Hier sind Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, eine Postagentur und Banken vorhanden.

Bademöglichkeiten gibt es im Umkreis von 8km. In der Dorfmitte befindet sich ein großer Dorf- und Kinderspielplatz. Die gemeindlichen Veranstaltungen werden von dem Boßelverein, sowie von dem Fremdenverkehrsverein durchgeführt.

Sehenswert ist die anheimelnde Dorfkirche (14tägiger Gottesdienst) mit einer Fülle von wertvollen Inventarien. In der Ostmauer ist ein steinernes Kunstwerk, Martje Flohrs darstellend, eingemauert.

Früher gab es in Katharinenheerd eine ganze Reihe stattlicher Eiderstedter Haubarge. Diese sind fast alle verschwunden.

Die Gemeinde Katharinenheerd ist landwirtschaftlich strukturiert. Die Einwohner bemühen sich, durch Zimmervermietung und durch Ferien auf dem Bauernhof zusätzliche Einnahmequellen zu schaffen.

Alte Ansicht von Katharinenheerd (um 1900)

Über die Namensgebung unseres Dorfes lässt sich im Bereich der Sage eine Deutung finden, die Werner Klose in seinem Buch “Sagen aus Nordfriesland” in dieser Weise erzählt: “Namen sind oft rätselhaft, geheimnisvoll. Da liegt bei Garding das kleine Dorf Katharinenheerd. Warum heißt es so? Nun, zwei arme und fromme Frauen bewohnten dort einen kleinen Hof. Die eine hieß Katharina, die andere Heerd. Obwohl sie immerzu arbeiteten, gab das Land und die kleine Kate wenig her. Aber nicht ihre Armut bedrückte sie, sondern der weite Weg von zwei Stunden bis zur nächsten Kirche. So fingen sie an, in ihrer Schürze von nah und fern Steine zusammenzutragen. Als andere Bewohner erfuhren, dass die beiden frommen Frauen die Steine für den Bau eines Kirchleins sammelten, machten sie mit und der Haufen mit den Bausteinen wuchs im Laufe der Jahre. Schließlich konnten sie eine kleine Kirche bauen und ihre Höfe zu einem eigenen Kirchspiel verbinden. Und weil sie alles den frommen Frauen verdankten, nannten sie das Dorf Katharinenheerd.”

 

Die erste besiegelte Urkunde von 1438

Die erste Erwähnung von Katharinenheerd in einer besiegelten Urkunde von 1438

Diese Urkunde stammt aus einer Zeit, in der Eiderstedt von vielen schweren Sturmfluten heimgesucht wurde. So auch im Jahre 1436, wo wir im “Chronicon Eiderostadense” lesen, da “ereignete sich am Abend vor Allerheiligen (1.Nov.) zu Mitternacht die große Mandrenke (Ertrinken vieler Menschen)...und es entstand ein großer Schaden im ganzen Land. Der Sturm war so stark, dass er viele Menschen in das Wasser wehte.”

Durch diese schwere Sturmflut hatte die Gemeinde Osterhever an ihren Deichen großen Schaden erlitten. Da nun auch die dahinterliegenden Köge Schutz durch ihre Deiche hatten, waren die Leute von Osterhever der Ansicht, jene von Garding, Katharinenheerd, Tetenbüll und Poppenbüll sollten für jedes Demat Land, das sie besaßen, die Instandsetzung und -haltung von zwei Fuß des Heverdeiches übernehmen. Die vier Kirchspiele (Gemeinden) aber stritten mit den Osterhevern. Bisher nämlich waren sie ohne Deichanteile, d.h. nicht verpflichtet gewesen, an Teilen des Seedeiches Arbeiten auszuführen. 1437 besiegelten und schworen sie sich gegenseitig, dass sie solches niemals tun wollten.

In diesem Streit wurden wohl 36 Mann erschlagen und Hartig Kule, der Amtmann von Gottorf, ließ in den vier Kirchspielen je 15 Mann gefangennehmen. Die mussten für ihre Freiheit 2500 Mark geben und mußten schwören, dass sie an der Hever deichen wollten, und sie mußten dann für jedes Demat Land drei Fuß Deiches fertigmachen.

Die Frage der späteren Deichunterhaltung wurde dann 1438 mit den streitenden Parteien in Husum behandelt. Dort kamen in Gegenwart ihres “gnedigen heren hertogen”, ihres gnädigen Landesherrn Herzog Adolf zu Schleswig, 24 Kirchspielleute aus den 5 Kirchspielen Garding, Katharinenheerd, Tetenbüll, Poppenbüll und Osterhever zusammen und schlossen eine Übereinkunft über die gemeinsame Deichunterhaltung, die sie “bis in ewige Zeiten” einhalten wollten.

In dieser vorliegenden Urkunde vom 11.Februar 1438 schließlich erklärten die fünf Kirchspiele - wiederum in Gegenwart ihres Landesherrn und mit genauer Angabe der jeweiligen Verpflichtungen - ihre Bereitwilligkeit, dem ergangenen Schiedsspruch in ihrer Streitsache getreulich nachzukommen.